Samstag, 12. Mai 2012

Hörbuchkritik: Henning Venske liest Der Menschensohn



Henning Venske als sonorer Jesus

Hörbuchkritik: Der Menschensohn von Michael Köhlmeier

Das Hörbuch über die Leiden Jesu beginnt ausgerechnet
mit einem Judas. Es gab viele Männer mit diesem Namen,
weswegen der Name einen Zusatz bekam. Judas, der
"Zwilling" ist gemeint. Er hatte keine Freunde, konnte
gut mit sich alleine sein. Henning Venske liest mit
sonorer, einnehmender Stimme. Ohne den Schauspieler
zu sehen, würde man ihn allerdings nicht sofort erkennen.
Er hat ein angenehmes Timbre, das beruhigend wirkt.
Er erzählt von Herodes, dem Statthalter Roms. Unter ihm
herrschte Terror. So ließ er alle Neugeborenen Bethlehems
töten. Die Römer unterdrückten die Juden, die aufbegehrten.
Pontius Pilatus beleidigte und provozierte. Er beging
irgendwann Selbstmord. Bevor es aber um Jesus Christus
geht, steht die Geschichte Roms und die von Jerusalem
im Vordergrund. Dazwischen ertönt Gitarrenmusik. Henning
Venske agiert als Jesus und sagt: "Wer von Euch ohne
Schuld ist, der werfe den ersten Stein." Jesus nimmt
damit dem Hohen Rat den Wind aus den Segeln. Dieser Rat
wollte Jesus eine Falle in einem Gerichtsprozess stellen.
Es ging um ein verbotenes Liebesverhältnis. Henning
Venske spricht sehr leise, fast verhalten, immer in sich
ruhend wie ein Fels in der Brandung. Er flüstert auch
in bedeutungsvollen Passagen. Es ist einfach, ihm zu
folgen und alle Informationen in sich aufzusaugen.
Angemessen für Jugendliche ab 14 Jahren, die sich
vielleicht Notizen dazu machen wollen. Der hr (Hessische
Rundfunk) setzte das Hörbuch auf die hr2-Hörbuchbestenliste.
Mit Fug und Recht.
(c) Corinna S. Heyn


Henning Venske liest
Der Menschensohn.
Die Geschichte vom Leiden Jesu
von Michael Köhlmeier.
2 CDs, 159 Minuten
Audiolino 2011
Ab 14 Jahren

Hörbuchkritik: Leslie Margolis, Schmetterlinge, die kribbeln, können ganz schön nerven



Svenja Pages liest mit Schmetterlingen im Bauch

Hörbuchkritik: Leslie Margolis, Schmetterlinge, die kribbeln,
können ganz schön nerven

Svenja Pages ist ein Profi. Die Schauspielerin, die schon
1986 bei den "Drombuschs" im Fernsehen ihr Debüt feierte,
ist jung geblieben. Vor allem ihre Intonation mit der sie
die Teenager-Story "Schmetterlinge, die kribbeln, können
ganz schön nerven" liest. Leicht genervt im Tonfall, aber
auch aufgeregt, jugendlich, frisch schwingt sie ihre Stimme
und trägt sie durch all ihre Rollen hindurch. Sie erreicht
damit Jugendliche und Kinder ab zehn Jahren, aber auch
Erwachsene - mit pupertierenden Kindern. Pages scheint
dieser Zielgruppe genau auf den Mund geschaut zu haben.
Andererseits ist sie als studierte Schauspielerin (Hochschule
für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt am Main)
ohnehin vom Fach. Ihre Frische im Timbre hat sie sich erhalten.
In dem Hörbuch aus der Feder der US-Amerikanerin Leslie
Margolis aus New York geht es um Annabelle, ihren neuen
Stiefbruder und um den ersten Schulball. Mit wem wird sie
dorthin gehen? Der süße Oliver hat es ihr angetan. Mit ihm
nimmt sie an einem Wissenschaftswettbewerb teil. SVenja Page
schlüpft gekonnt auch in die männlichen Rollen in Teenie-Manier
mit einer absoluten Coolness im entsprechenden Jargon. Ein
Inhaltsverzeichnis mit den Kapiteln der CDs ermöglicht es,
sich ein Lesezeichen zu setzen oder bestimmte Passagen (wie
Drama-Queen, Pfannkuchenallergie?) noch einmal anzuhören.
Das Hörbuch macht Spaß, weil es frisch-fröhlich gesprochen
wird.
(c) Corinna S. Heyn


Svenja Page liest
Schmetterlinge, die kribbeln, können ganz schön nerven
von Leslie Margolis.
3 CDs, 232 Minuten.
Audiolino 2012
ab 10 Jahren



Hörbuchkritik: Jeannine Platz liest Der Delfin und die Glitzerhöhle
von Barbara Zoschke

Ein U-Boot soll Erleuchtung bringen

Ponyfee ist 9,1 Jahre alt. Zaubern, Feenkunde, Reiten
und Inselkunde gehören zu ihren Schulfächern. Die
Stimme von Jeannine Platz ist kindlich. Sie liest
schnell gluckst, trötet und lispelt ein wenig in ihren
Rollen als Bella, Zitronella, Ponyfee und Butterblume.
Eine Inselerkundung auf einem Schulschiff steht an.
Witzie Dialoge wechseln sich ab wie Ping-Pong-Bälle.
Das U-Boot, mit dem alle tauchen sollen, erfreut Ponyfee
ganz besonders. Als Bella, die Mutter von Ponyfee,
agiert die Sprecherin sehr sanft. Als Zitronella, die
Erzieherin schulmeisterlich streng. Auf einmal geht
auf dem Meeresgrund das Licht aus. Es ist dunkel dort und
eine Mission für die Zauberfeen. Mit dem U-Boot soll
Licht ins Dunkel gebracht werden. Barbara Zoschke schrieb
die Abenteuer der Ponyfee "Der Delfin und die Glitzerhöhle"
für Kinder ab sechs Jahren. Mit Jennine Platz, die
hinreißend die den Kinderstimmen mit all ihren Facetten
Leben einhaucht, ist ein Hörspaß für kleine Kinder entstanden,
die das Meer, Ponys und Abenteuer rund um Feen lieben.
(c) Corinna S. Heyn


Jeannine Platz liest
Da kommt Ponyfee!
Der Delfin und die Glitzerhöhle
von Barbara Zoschke
1 CD, 59 Minuten Laufzeit
Audiolino 2012
Für Kinder ab 6 Jahren